ARAG Deutschland Trend: Deutsche können sich für den Klimaschutz nur schwer erwärmen

30.11.2007 | Düsseldorf
Lediglich etwas mehr als ein Drittel der Deutschen befürworten nationale Maßnahmen zum Klimaschutz Nur 25,8 Prozent sprechen sich für einen deutschen Druck zur Einleitung internationaler Maßnahmen aus

Vor dem Beginn der Weltklimakonferenz auf Bali am kommenden Wochenende zeigt sich eine hohe Reserviertheit der deutschen Bevölkerung beim Klimaschutz. Das Thema ist ein gutes Stück davon entfernt, eine mehrheitliche Betroffenheit auszulösen. Besonders auffallend ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei den Ergebnissen.

Im ARAG Deutschland Trend wurden mehr als 1000 Deutsche aus der so genannten bürgerlichen Mitte, also Facharbeiter, leitende Angestellte und Selbstständige, nach der Bedeutung des Klimaschutzes befragt.

Das Thema Klimawandel und Klimaschutz ist in der Mitte der Bevölkerung zwar angekommen, aber es löst nicht die Reaktionen aus, die man von den gemeinhin für sehr umweltbewusst geltenden Deutschen erwarten würde. Fast zwei Drittel der Befragten (68,7 Prozent) lehnen eine Einleitung nationaler Maßnahmen zum Klimaschutz im kommenden Jahr ab. Lediglich in der Gruppe der leitenden Angestellten und Beamten befürworten immerhin 53,4 Prozent, dass in Deutschland im Jahr 2008 etwas Konkretes zum Klimaschutz getan wird.

Die große Mehrheit der wirtschaftlich starken bürgerlichen Mitte will im kommenden Jahr im privaten Umfeld keine eigenen Maßnahmen zum Klimaschutz treffen, obwohl sie es sich am ehesten leisten könnte. Mehr als 76 Prozent sehen keine Veranlassung, weniger Auto zu fahren oder eine bessere Energieausnutzung im Eigenheim in Angriff zu nehmen.

Besonders drastisch ist das Nord-Süd-Gefälle, das der ARAG Deutschland Trend zu Tage fördert. Gerade einmal 15,2 Prozent der Süddeutschen würden eigene Maßnahmen zum Klimaschutz im privaten Rahmen ergreifen. In Norden der Republik liegt dieser Wert um 10 Prozentpunkte höher (25,2 Prozent). Nur rund 13 Prozent der Befragten in Süddeutschland halten ein Aufzeigen der Folgen des Klimawandels für das Leben in Deutschland überhaupt für erforderlich. In Norddeutschland halten immerhin mehr als 26 Prozent dieses Thema für wichtig.

Mit Blick auf den hohen Mediendruck der vergangenen zwei Jahre ist die spürbare Zurückhaltung der Befragten beim Thema Klimaschutz zunächst verblüffend. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass sich die Deutschen Umweltthemen zunehmend vorsichtiger annähern. Ein Interpretationsansatz hierfür ist: Die Bürger haben aus der Vergangenheit gelernt, dass der Gesetzgeber die Finanzierung von Umweltschutzmaßnahmen weitgehend auf die privaten Haushalte abwälzt (Ökosteuer, Müllgebühren). Offenbar sind die Bundesbürger der Meinung, bereits viel für die Umwelt zu tun und übertragen dieses Stimmungsbild auch auf das Thema Klimaschutz.

Quelle: Pressemeldung ARAG Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG

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