Energieforschung auf der "MS Wissenschaft": Von der Leuchtdiode bis zum Biokraftstoff
Die diesjährige Ausstellung an Bord informiert in interaktiver Form über aktuelle Fragen und Erkenntnisse der Energieforschung. Auch DFG-geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren, was in ihren Projekten entwickelt und geforscht wird.
Im Mittelpunkt der Exponate stehen innovative Formen der Energiegewinnung, Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und neue Materialien für die Energietechnik. "Zukunftsfähige Energiekonzepte zu entwickeln ist eine wichtige Aufgabe für unabhängige Forschung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau", betonte DFG-Vizepräsidentin Professor Christine Windbichler bei der Eröffnung der Schiffsausstellung in Berlin.
Die DFG-geförderten Projekte und ihre Exponate:
Vom Baum zum Kraftstoff
Wie werden wir mobil sein, wenn das Erdöl knapp wird? Die Frage nach Alternativen zu fossilen Brennstoffen ist Thema des Exponats, dass der Aachener Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" in der Ausstellung zeigt. Mithilfe eines Lego-Prozess-Modells können Besucherinnen und Besucher nachvollziehen, wie aus Zellulose - einem Bestandteil von Holz - über mechanische und chemische Verfahren fertiger Kraftstoff wird. Der Exzellenzcluster stellt neuartige, flüssige Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen her. Ziel ist, mit behandelter Biomasse und chemischem Kraftstoff-Design eine nachhaltige Mobilität zu erreichen.
Mit Vibrationen Strom erzeugen
Mikrosysteme wie medizinische Überwachungsgeräte, Temperatursensoren oder Kontrollnetzwerke in Autos müssen derzeit aufwendig durch Batterien und Kabelnetze mit Energie versorgt werden. Das Freiburger DFG-Graduiertenkolleg "Micro Energy Harvesting" beschäftigt sich mit der Frage, wie dieses Versorgungsproblem mithilfe der Kleinst-Energiegewinnung gelöst werden kann. "Geerntet" wird dabei Energie, die im direkten Umfeld der Systeme vorhanden ist - etwa in Form von Wärme, chemischen Reaktionen oder mechanischer Bewegung. In der Ausstellung zeigen die Forscherinnen und Forscher, wie man mithilfe von Generatoren Vibrationen in Energie umwandeln, diese zwischenspeichern und für den Betrieb verwenden kann. Kabelsysteme und Batterien werden damit überflüssig.
Thermoelektrik im Kleinen
Um das "Recycling" von Wärme geht es im Exponat des Centers for Nanointegration der Universität Duisburg-Essen (CeNIDE). Um Abwärme - etwa von Automotoren, Lüftungsanlagen oder Beleuchtungssystemen - effizient nutzen zu können, benötigt man geeignete Thermogeneratoren. Bisher genutzte Materialien sind teuer und meist toxisch, kostengünstige und umweltfreundliche Alternativen durch eine zu hohe Wärmeleitfähigkeit ineffizient. Lösungsansätze kommen aus der Nanotechnologie: Im DFG-Schwerpunktprogramm "Nanostrukturierte Thermoelektrika" werden neue thermoelektrische Systeme mit nanostrukturierten Materialien entwickelt, die eine wesentlich höhere Energieausnutzung ermöglichen. Am beteiligten CeNIDE suchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darüber hinaus nach Wegen, diese Forschungsergebnisse für die Industrie nutzbar zu machen.
Sparsame Elektronik aus organischen Materialien
Der steigende Energieverbrauch und knapper werdende fossile Rohstoffe erhöhen auch den Bedarf an neuen Ideen für sparsame und leistungsfähige Licht- und Energiequellen. Organische Leuchtdioden (OLED) gelten als Leuchtmittel der Zukunft, denn sie verbrauchen wenig Energie, lassen sich kostengünstig herstellen und sind vielseitig einsetzbar. Diese Bauelemente aus organischen, halbleitenden Materialien werden aus Schichten aufgebaut, die ungefähr hundertmal dünner sind als ein Haar. Ein Exponat der TU Dresden zeigt, wie OLED in verschiedenen Farbvarianten bekannte Dresdner Bauwerke beleuchten. Den nötigen Strom dafür liefern neuartige organische Solarzellen. Hinter dem Exponat stehen Forschungsarbeiten, die unter anderem im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms "Elementarprozesse der Organischen Photovoltaik" am Institut für Angewandte Photophysik der TU Dresden durchgeführt werden.
Quelle: Pressemeldung Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.
Dieser Beitrag wurde bisher 97 mal gelesen.
(Rang 242 auf solarenergie-news.de)
Weitere News
Hybridfahrzeuge - die Technik von morgen?
19.12.2011 | Wenn Sie in einer größeren Stadt wohnen, sind Ihnen vielleicht auch schon besonders geräuscharme Busse im...
weiter in Hybridfahrzeuge - die Technik von ...Workshop "Quality For Photovoltaics 2011" erfolgreich Beendet
06.10.2011 | Qualität muss sich lohnen
weiter in Workshop "Quality For Photovoltaics ...Nachhaltigkeitsprojekt "Effizienz Plus" von der Deutschen Energie-Agentur "zur Nachahmung empfohlen"
31.05.2011 | Die Viessmann Werke sind für besonders effiziente Energienutzung ausgezeichnet worden. Die Deutsche...
weiter in Nachhaltigkeitsprojekt "Effizienz ...Kyocera steigert die Leistung bei drei Produktklassen seiner KD-Serie
21.04.2011 | Der japanische Technologiekonzern Kyocera, einer der führenden Hersteller im Bereich der Photovoltaik,...
weiter in Kyocera steigert die Leistung bei ...Solar Millennium AG und OHL Industrial: Übernahme 50 Megawatt Kraftwerk Arenales
16.04.2011 | Die Solar Millennium AG (ISIN DE0007218406) hat gemeinsam mit OHL Industrial, einem Unternehmen des spanischen...
weiter in Solar Millennium AG und OHL ...Aktuelles
Vodafone DSL- EasyBox vernetzt das Zuhause
Einfach und bequem: Musik, Bilder und Videos lassen sich von...
weiter ...Neuigkeiten
Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen
Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es...
weiter ...Photovoltaik im Nahen Osten kein Nice to Have, sondern Ein Muss
Solar Investment Summit - Middle East 2011
weiter ...Weitere Themen
Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Stabile Rahmenbedingungen für spanischen Solarmarkt gefordert
5. spanische Solarkonferenz der Solarpraxis AG geht...
weiter ...Archiv
Hybridfahrzeuge - die Technik von morgen?
Wenn Sie in einer größeren Stadt wohnen, sind Ihnen...
weiter ...Verschiedenes
An Solar oder Photovoltaik denken
Die zunehmende Industrialisierung erfordert immer neue...
weiter ...Luxusimmobilien und Strom sparen - passt das zusammen?
In vielen Umfragen landet Berlin in Bezug auf...
weiter ...
