Fundgrube für erneuerbare Energien: Projekt Energie-Atlas Bayern gestartet
Wo ist die Geothermie besonders wirksam nutzbar? Welcher Betrieb in der Nähe stellt Abwärme zur Verfügung, mit der kostengünstig geheizt werden könnte? Wo gibt es welche Förderungen für Solarenergie oder für Biogasanlagen? Diese und viele andere Fragen soll der Energie-Atlas Bayern beantworten, der heute in Augsburg bei den ersten Bayerischen Immissionsschutztagen vorgestellt wurde. "Damit können Potentiale für erneuerbare Energien erkannt werden, die oft sogar nebenan vorhanden sind ", sagte Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). "Der Energie-Atlas wird mehr als ein digitales Nachschlagewerk sein: Er soll konkreten Nutzen für Planer, Kommunen, Investoren und Energieagenturen bieten". Das LfU koordiniert die Fachinhalte für das ehrgeizige Projekt, das ressortübergreifend bearbeitet wird. Auch die Kommunen können zukünftig ihre Daten in das neue Internet-Portal einstellen. Ende nächsten Jahres soll der Testbetrieb abgeschlossen werden, ab Mitte 2011 können dann auch private Fachanwender das neue Portal nutzen. Rund 650.000 Euro stellt die Staatsregierung dafür zur Verfügung. +++
Kernstück des neuen Energie-Atlas Bayern ist eine Datenbank mit digital abrufbaren Karten zu allen natürlichen erneuerbaren Energien. Informationen über die rund 2.800 Betriebe, die Abwärme produzieren, aber noch keine Abnehmer dafür haben, sind ebenso enthalten wie flächendeckende Karten zu den Schutzgebieten, Leitungsnetzen und Anlagen zur Energieerzeugung - eine bislang noch nie dagewesene Fundgrube für Planer und Ingenieurbüros. Aber auch Privatleute können wertvolle Informationen zum Beispiel zur Nutzung von Erdwärme beim Neubau finden. Fünf bayerische Ressorts sind daran beteiligt, die Federführung liegt beim Umweltministerium. Vor einem Monat hatte der Minsterrat grünes Licht für das Großprojekt gegeben und damit einen Punkt des Koalitionsvertrags umgesetzt. Die fachliche Projektleitung liegt beim LfU; das Landesamt für Vermessung und Geoinformation wird die Daten und Karten nutzerfreundlich in das Geoportal Bayern-Viewer einstellen. In einem zweiten Schritt werden Kommunen, Zweckverbände, Energieagenturen und Unternehmen ihre Daten in die Datenbank einspeisen. Der Anwender freilich soll möglichst nichts davon merken, was datentechnisch im Hintergrund abläuft. Für ihn steht die Suche nach der optimalen erneuerbaren Energie für seinen konkreten Ort und sein konkretes Vorhaben im Vordergrund. In der Informationsbörse findet er Ansprechpartner der Region und Praxisbeispiele, wie die vorhandene Energie besonders umweltschonend und wirksam genutzt werden kann. Der Energie-Atlas Bayern unterstützt damit ein ehrgeiziges politisches Ziel: bis 2020 soll der Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in Bayern auf 20 Prozent verdoppelt werden.
An den ersten Bayerischen Immissionsschutztagen am 1. und 2. Juli in Augsburg nehmen rund 250 Fachleute aus ganz Deutschland teil. Das LfU ist Mitveranstalter der neuen Reihe
Quelle: Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Umwelt
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