Investition in erneuerbare Energien
Die Anlage der zur Viessmann Gruppe gehörenden BIOFerm GmbH wird nach dem Prinzip der Feststoffvergärung (Trockenfermentation) arbeiten. Bei diesem Verfahren werden als Substrat Grünabfälle aus der Landwirtschaft und Landschaftspflege eingesetzt.
Aus jährlich 4.500 Tonnen Substrat werden über 1,2 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie erzeugt, fast 1,4 Millionen Kilowattstunden thermische Energie fließen in das Viessmann Wärmenetz. Für die Umwandlung der Primärenergie des Biogases sorgt ein Blockheizkraftwerk des ebenfalls zur Viessmann Gruppe gehörenden Herstellers ESS mit einer Leistung von 190 kW elektrisch und 238 kW thermisch.
Biogasanlage wird vollautomatisch gesteuert
Bei der Einbringung in die vier Fermenter der Anlage wird die Biomasse mit Bakterien versetzt und währenddessen unter Luftabschluss vergoren. Bis auf die Befüllung und Entleerung durch Fahrzeuge wird die komplette Anlage vollautomatisch gesteuert.
Die für die Vergärung erforderliche Bakterienlösung befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf, das im Gärprozess entstehende Gas wird abgesaugt, so dass es zu keinerlei Geruchsbelästigungen für die Anwohner kommt. Optisch wird sich die Biogasanlage durch eine Bepflanzung des Geländes der Umgebung harmonisch anpassen. Die Gestaltung wurde in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde geplant.
Viessmann setzt auf Nachhaltigkeit und Partner in der Region
Auch bei diesem Projekt orientiert sich Viessmann am Prinzip der Nachhaltigkeit. Das heißt, der Verbrauch bleibt innerhalb der Regenerationsraten und es wird nicht mehr Biomasse in Energie umgewandelt, als im gleichen Zeitraum nachwächst. Das bedeutet auch, auf Partner in der Region zu setzen und damit gleichzeitig überflüssigen Verkehr zu vermeiden. So sind zum einen die Landwirte aus dem Ederbergland als Lieferanten des Substrats aktiv in das Projekt eingebunden. Zum anderen sind für die Errichtung der Biogasanlage fast ausschließlich Unternehmen der heimischen Region beauftragt worden.
Darüber hinaus wird das Unternehmen sowohl vom Bodenverband Waldeck-Frankenberg (Maschinenring) als auch vom Kreisverband Waldeck-Frankenberg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) beraten, so z.B. bei der Auswahl der im Rahmen von Naturschutzpflegemaßnahmen zu erntenden Flächen. Gefördert wird der Bau vom Land Hessen über die Landesbank Hessen-Thüringen.
Nutzung von Biomasse als Teil von "Effizienz Plus"
Mit dem Bau der Biogasanlage unterstreicht Viessmann sowohl sein Bekenntnis zum Standort Allendorf als auch seine Strategie zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger im Rahmen seines Nachhaltigkeitsprojektes "Effizienz Plus", mit dem bis 2010 der Einsatz fossiler Energieträger um 40 Prozent und die CO2-Emissionen um 30 Prozent verringert werden. So wird allein die Biogasanlage für eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 500 Tonnen pro Jahr sorgen.
Bei den erneuerbaren Energien kommt der Biomasse eine besondere Bedeutung zu. Zu ihren Vorteilen zählt, dass es sich um einen heimischen Energieträger handelt, der nicht aus entfernten Regionen importiert werden muss. Im Gegensatz zu Sonne und Wind ist sie ganzjährig und stetig verfügbar sowie lagerfähig. Darüber hinaus erfolgt ihre energetische Nutzung weitgehend CO2-neutral. Diese Vorzüge tragen dazu bei, dass Biomasse im deutschen Energiemix mit 70 Prozent den größten Anteil an den erneuerbaren Energien hat.
Viessmann setzt für die Wärme- und Stromversorgung des Standorts Allendorf bereits konsequent auf die Nutzung von Biomasse, die in ihrer festen Form als Hackschnitzel zum Einsatz kommt. Dabei deckt das Unternehmen die Hälfte seines jährlichen Bedarfs von 7.000 Tonnen durch den Eigenanbau von Kurzumtriebshölzern auf 160 ha Ackerfläche ab.
Mit dem Eigenbetrieb der Kurzumtriebsplantagen sollen Erfahrungen mit dieser innovativen Art der Energieerzeugung über die gesamte Prozesskette gewonnen werden, um diese weiter zu entwickeln.
Quelle: Pressemeldung Viessmann Werke GmbH & Co KG
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