Ipsen mit Umstrukturierung zur Sicherung des Werkes Kleve
Die Ipsen International GmbH, Kleve, hat umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um angesichts eines erheblichen und nachhaltigen Einbruchs ihres Gesamtmarktes den Standort Kleve langfristig zu sichern. Das Maßnahmenbündel sieht neben der Straffung und Optimierung aller Abläufe einen deutlichen Einschnitt bei den Fertigungskapazitäten vor. Während Vertrieb und Ersatzteilservice in Kleve weiter gestärkt werden, ist jedoch eine deutliche Verringerung der Fertigungskapazitäten im Neuanlagenbau erforderlich. Im Zuge dieser Maßnahmen werden am Standort Kleve 140 Arbeitsplätze wegfallen. Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan werden in den nächsten Tagen aufgenommen. "Der scharfe Einbruch in unseren Märkten lässt uns leider keine andere Wahl, als die Kapazitäten entsprechend anzupassen", sagt Dr. Hendrik Grobler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ipsen International GmbH. "Wir wollen aber unser Mögliches tun, um für alle betroffenen Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen herbeizuführen."
Die scharfe Rezession hat das Unternehmen auf allen seinen weltweiten Märkten registrieren müssen. Am härtesten betroffen ist der Maschinenbau und damit die Branche, in der Ipsen tätig ist, in Deutschland. So brachen die Neuaufträge im Bereich Werkzeugmaschinen im April nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen-und Anlagenbau (VDMA) um über 70 % ein. Einen solch katastrophalen Einbruch hatte die Branche seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr zu verzeichnen. Von dieser Entwicklung besonders betroffen ist der Produktionsstandort von Ipsen in Kleve, der einen hohen Anteil seiner Produkte normalerweise in den deutschen und europäischen Markt liefert. "Wir erleben seit Jahresbeginn einen massiven Rückgang unserer Auftragslage", so Grobler weiter. Insgesamt hat sich der Auftragseingang für Ipsen in Kleve seit Anfang 2009 um über 50 % gegenüber dem Vorjahr reduziert. "Wir haben leider keine Anhaltspunkte, dass das Geschäftsvolumen nach einigen Monaten wieder zurückkehrt, sondern müssen angesichts des Bestellverhaltens unserer Kunden und angesichts der Gesamtmarktentwicklung von einer nachhaltig schwachen Auftragslage ausgehen".
Die Entwicklung zeichnete sich für Ipsen bereits Ende vergangenen Jahres ab. Schon im Januar musste sich das Unternehmen am Standort Kleve von zwei Dutzend Mitarbeitern trennen. Bereits 2008 wurden die Beschäftigungsverhältnisse mit Zeitarbeitnehmern auf Null reduziert; seit April 2009 macht die Hälfte der Belegschaft Kurzarbeit. "Wir können die Kurzarbeit jedoch nicht langfristig fortsetzen, sondern müssen zur Sicherung des Standorts die Kapazitäten nachhaltig der gesunkenen Nachfrage anpassen", so Grobler weiter.
Die Ipsen-Gruppe ist weltweit führender Anbieter von Wärmebehandlungsanlagen. In den hochmodernen Industrieöfen von Ipsen werden Stahl und andere Werkstoffe in verschiedenen Verfahren gehärtet, um höchsten Anforderungen zum Beispiel in Motoren, Getrieben oder Kraftwerken zu genügen. Die Ipsen Gruppe hat wie kaum ein anderes Unternehmen die Entwicklung der Wärmebehandlung federführend vorangetrieben. Die Wärmebehandlung ist ein ganz entscheidendes, sehr kostengünstiges Verfahren, um die Gefügestruktur und damit die Belastbarkeit von Metallen - insbesondere von Stahl und Titanlegierungen - massiv zu verbessern.
Seit über 60 Jahren sorgt das Unternehmen mit wegweisenden Verfahrenstechniken für Marktinnovationen. Ipsen verfügt über Produktionsstandorte in Europa, Amerika und Asien. Diese sowie Repräsentanzen in 34 Ländern garantieren, dass Kunden in aller Welt optimal betreut werden. Hauptabsatzbranchen sind Medizintechnik, Windenergieerzeugung sowie Flugzeug- und Lebensmittelindustrie. Zu den Kunden von Ipsen zählen unter anderem Unternehmen aus der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie, aber auch aus dem Werkzeug- und Maschinenbau sowie Lohnhärtereien.
"Die Basis unseres Unternehmens ist unverändert sehr gut; unsere Technologien sind innovativ und weltweit gefragt", sagt Grobler weiter, "darüber hinaus sind wir weitere Schritte gegangen, um neue und künftig wachsende Märkte insbesondere in Asien zu erschließen. Davon profitiert auch der Standort Kleve, der nach der Umstrukturierung eine langfristige und nachhaltige Basis erhält." Dieses Vertrauen dokumentiert Ipsen neben der Stärkung der Vertriebsaktivitäten und des Ersatzteilservices auch damit, dass in Kleve in der Ausbildung keine Abstriche gemacht werden.
"Wir werden auch künftig Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, denn nur mit nachwachsender Kompetenz ist der Standort in Kleve langfristig und nachhaltig gesichert."
Quelle: Pressemeldung german communications dbk ag
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