Mainz will Solarstadt werden: "500 Dächer" mit sonnigem Potential
Die Landeshauptstadt hat sich viel vorgenommen: Mainz will Solarstadt werden. "Dabei ist sie auf diesem Weg bereits gut vorangekommen", stellt Umweltdezernent Wolfgang Reichel fest: "So ist Mainz zur Zeit auf Platz 10 unter den Großstädten in der Solarbundesliga, bezogen auf Photovoltaik allein sogar auf Platz 8."
Dabei kann sich der Dezernent auf handfeste Zahlen stützen: Waren 2003 nur 338 Kilowatt-Peak (Abkürzung kWp = Spitzenleistung; vorheriger Begriff: Kilowatt/kwh) installierte Leistung zu verzeichnen, so waren Ende 2008 bereits 7.782 kWp installiert. Aus mehr als 400 Photovoltaik-Anlagen konnten damit insgesamt über 6,76 Mio kWh regenerativer Strom ins Netz eingespeist werden. Auf städtischen Liegenschaften sind bereits mehr als 700 kWp Photovoltaik installiert, darunter 26 Schulen, das Staatstheater Mainz und das Taubertsbergbad.
RIO Energie, einer Tochter der Stadtwerke Mainz AG, hat sich zudem bis 2012 an die 50 Megawatt Photovoltaik-Module gesichert. Sie sollen bevorzugt regional in größeren Freiflächenanlagen installiert werden. "Diese Anlagen sind allerdings erst ab fünf Hektar Fläche sinnvoll - und darüber verfügt kein Bürger," so Dezernent Reichel: "Ich freue mich daher besonders, dass es jetzt ein ergänzendes Angebot für private Einfamilienhausbesitzer gibt."
Heute stellte Umweltdezernent Reichel das Aktionsprogramm "500 Dächer für Mainz" vor. Mit dabei selbstverständlich die an diesem Projekt beteiligten Partner -Stadtwerke Mainz AG, SCHOTT Solar, Mainzer Volksbank eG und Sparkasse Mainz sowie Handwerkskammer Rheinhessen, denen der Dezernent für ihre engagierte Beteiligung dankte: "Ich freue mich, dass mit diesem Programm den Mainzer Bürgerinnen und Bürgern ein "Rundum-Sorglos-Paket" angeboten werden kann, mit dem Umweltschutz, Klimaschutz, finanzielle Rendite und Schaffung bzw. Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region gleichermaßen verbunden werden."
Für 500 Photovoltaik-Anlagen, die in Mainz auf privaten Dächern installiert werden sollen, hat das Mainzer Unternehmen SCHOTT Glas mit seinem Tochterunternehmen SCHOTT Solar ein Sonderkontingent von Modulen zur Verfügung gestellt. Dezernent Reichel: "Die Stadtwerke Mainz AG koordinieren die Abwicklung des Programmes. Mainzer Volksbank und Sparkasse Mainz sorgen für die erforderliche Finanzierung und Versicherung. Und mit Hilfe des Mainzer Handwerks werden wir diese Solarstromanlagen sicher auf den Dächern montieren und in Betrieb nehmen können. Denn neben dem Klimaschutz-Aspekt, den ich als Umweltdezernent stets im Blick habe, gehören die wirtschaftlichen Aspekte wie regionale Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen immer mit in die Betrachtung bei der Bewertung von Maßnahmen."
Wenn dieses Aktionsprogramm Erfolg habe und 500 Dächer mit einer Leistung von 4,4 kWp belegt würden, so bedeute dies eine Investitionssume von mehr als 8 Millionen Euro, ein eigenes Konjunkturprogramm für das Handwerk. Auf rund 15.000 Quadratmetern Modulfläche werde die Gesamtleistung mit 2.200 kWp dreimal so groß sein wie die derzeitige Leistung der Anlagen auf städtischen Dachflächen. Geeignete Dächer gebe es zahlreiche in Mainz: Eine Diplomarbeit habe für Mainz ermittelt, dass fast drei Millionen Quadratmeter Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen geeignet seien. Damit könnte theoretisch der derzeitige PV-Stromanteil von 0,4 Prozent auf 16 Prozent am Gesamtstrombedarf angehoben werden.
Umweltdezernent Reichel: "500 Dächer sind für Mainz nur ein Anfang, kein Endpunkt, und ich hoffe, dass wir möglichst bald auf 1000 oder 2000 Dächer erweitern können."
Quelle: Pressemeldung Landeshauptstadt Mainz
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