Potentiale und Perspektiven der Solarwärme
Knapp 40 Prozent der gesamten Endenergie werden in Europa in Gebäuden verbraucht. Die Solarthermie, also die Umwandlung der Sonnenenergie in Wärme, wird künftig eine Schlüsselrolle bei der Deckung des Energiebedarfs von Gebäuden spielen, denn Solarwärme kann dort sowohl zur Warmwasserbereitung und Raumheizung als auch zur Kühlung genutzt werden
Die Europäische Union stärkt die Bedeutung der Solarthermie
Durch energiepolitische Vorgaben der EU sowie schärfere Umweltschutzanforderungen gewinnt energieeffizientes und solares Bauen und Sanieren zunehmend an Bedeutung. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien in Europa auf 20 Prozent steigen. Nach Einschätzung der European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF), wird die Solarthermie 12 Prozent des angestrebten Wachstums abdecken oder 3,6 Prozent des Gesamtbedarfs der EU-27 an Wärme und Kälte liefern.
Laut den neuen Plänen der EU-Komission sollen bis zum 31. Dezember 2020 alle Neubauten als "Fast-Nullenergiegebäude ("nearly zero energy buildings") gebaut werden. Die energieffiziente Sanierung des Baubestands soll von allen Mitgliedstaaten angestrebt werden. Öffentliche Gebäude sollen dabei eine exemplarische Rolle spielen. Um den Anteil der erneuerbaren Energie in Europa gemäß den Vorgaben der Europäischen Union zu steigern, ist neben dem Bau von Niedrigenergiehäusern, die solare Sanierung bestehender Gebäude notwendig. Dies bedeutet, dass bis 2020 ein Großteil der veralteten Heizungsanlagen in Europa durch neue Systeme ersetzt werden müssen, die Energieeffizienz einerseits und die Nutzung erneuerbarer Energien andererseits optimal verbinden. Die Ziele der EU können dabei nur erreicht werden, wenn die solare Wärmegewinnung in Zukunft eine deutlich stärkere Rolle in der Energieversorgung von Gebäuden einnimmt. "Wir erwarten, dass der Solarthermiemarkt auch zukünftig immens wachsen wird. Die Solarthermie birgt das Potential, bis zum Jahr 2030 etwa 15 Prozent und bis 2050 bereits 47 Prozent des Bedarfs an Niedertemperaturwärme in der EU abzudecken", so Xavier Noyon, Geschäftsführer der ESTIF.
Innovationen als Basis für das "Solar-Aktive-Gebäude"
Voraussetzung für das Wachstum ist aber, dass die verbreitete Investitionszurückhaltung überwunden und jetzt in Solarthermie investiert wird. Zusätzlich ist es notwendig die Technologien zur Nutzung der Solarwärme laufend weiterzuentwickeln. Große Entwicklungspotentiale sehen Forscher und Hersteller vor allem bei der solaren Beheizung von Gebäuden, der Erzeugung von Prozesswärme für gewerbliche Anwendungen und in der solaren Kühlung. Außerdem sollen die Anlagenkosten zukünftig deutlich reduziert werden.
Auch eine bessere Integration in die Gebäudehülle und die Entwicklung neuer Technologien für Solarkollektoren stehen im Fokus der Branche. Kollektortypen mit bislang untergeordneter Bedeutung, aber viel versprechenden Perspektiven sollen verstärkt weiterentwickelt werden, wie z.B. Luftkollektoren. Auch Prozesswärmekollektoren, die Wasser auf bis zu 250 Grad Celsius aufheizen können, werden intensiv erforscht und weiter für den Markt erschlossen. Bislang können von heizungsunterstützenden Solarwärmeanlagen etwa 20 bis 30 Prozent des Wärmebedarfs eines Gebäudes mit relativ geringem Aufwand solar gedeckt werden. Deutlich höhere solare Deckungsanteile können dann einfach erreicht werden, wenn effektivere Wärmespeicher zur Verfügung stehen. Die Entwickler der technologisch führenden Forschungsinstitute und Unternehmen innerhalb der Branche verfolgen deshalb das Ziel, eine neue Generation hocheffizienter Wärmespeicher zu entwickeln. Durch den Einsatz leistungsfähiger und effizienter thermischer Solaranlagen wird es möglich sein den Wärme- und Kältebedarf von "Solar-Aktiven-Gebäuden" vollständig durch Solarenergie zu decken.
Die internationale Solarthermiebranche trifft sich auf der Intersolar Europe
Die Perspektiven des internationalen Solarthermiemarkts und die neuesten technologischen Entwicklungen sind wichtige Schwerpunkte auf der Intersolar Europe und der begleitenden Intersolar Europe Conference. Die Intersolar Europe ist die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft und hat sich auf die Bereiche Photovoltaik und Solarthermie spezialisiert. Vom 9. bis zum 11. Juni öffnet sie erneut ihre Pforten auf der Neuen Messe München und erwartet dann auf 130.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mehr als 60.000 Besucher und über 1.500 Aussteller in zwölf Hallen. Im Rahmen der Messe findet vom 7. bis zum 11. Juni 2010 die Intersolar Europe Conference statt. Für Entscheider, Hersteller, Planer, Zulieferer und Händler aus der Solarthermiebranche setzen Messe und Konferenz wichtige Impulse und dienen als internationale Informations- und Kommunikationsplattform.
Quelle: Pressemeldung Solar Promotion GmbH
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