SCHOTT erwartet im laufenden Geschäftsjahr ein zweistelliges Umsatzwachstum
"Wir beginnen, die Wirtschaftskrise hinter uns zu lassen und werden den Umsatz im zweistelligen Bereich steigern", berichtete der Vorsitzende des Vorstandes, Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, auf der Bilanzpressekonferenz am 19. März in Mainz.
Seit Oktober 2009 fertigt SCHOTT auch an seinem Hauptstandort Mainz "Fiolax" Spezialglasröhren für pharmazeutische Verpackungen.
Fast alle Geschäftseinheiten im SCHOTT Konzern verzeichnen aktuell positive Zahlen. Zu den wachstumsstärksten Feldern gehört der Bereich Home Tech. Hier profitiert SCHOTT verstärkt vom steigenden Umweltbewusstsein der Käufer von Haushaltsgeräten. Mit "Ceran Hightrans eco" bietet das Unternehmen als weltweit erster Hersteller eine Glaskeramik-Kochfläche an, die im Herstellungsprozess ohne die giftigen Schwermetalle Arsen und Antimon auskommt. Für eine gute Auslastung der Kapazitäten sorgt auch ein Großauftrag für die Verglasung von Hochgeschwindigkeitszügen der chinesischen Staatsbahn sowie die steigende Nachfrage nach Kaminofenscheiben.
Ebenfalls sehr positiv entwickelt sich das Geschäft mit elektronischen Komponenten, insbesondere für Hausgeräte, Mobiltelefone und für die Automobilindustrie. Die Hauptwachstumsregion ist hier Asien. In den USA trägt die vor einem Jahr getätigte Akquisition SCHOTT Elecpac wesentlich zum weiteren Ausbau des Geschäfts bei.
Im Geschäftsfeld Solar zeigt der Bereich Concentrated Solar Power mit seinen Receivern für solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerke viel Wachstumsdynamik. Als Markt- und Technologieführer ist SCHOTT mit dieser Schlüsselkomponente für die Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie wichtiger Partner in zahlreichen Kraftwerksprojekten rund ums Mittelmeer und in den Vereinigten Staaten. Bei Photovoltaik habe die angekündigte drastische Senkung der Einspeisevergütung zum 1. Juli 2010 zu einer großen Verunsicherung im Markt geführt, betonte Dr. Ungeheuer. "SCHOTT Solar ist allerdings mit seinen Qualitätsmodulen, die auch nach 25 Jahren im Schnitt deutlich über 90 Prozent der Nennleistung erbringen, auf die veränderte Situation gut vorbereitet." SCHOTT wird aber weiterhin gegenüber der Politik um Verständnis für die Situation der deutschen Photovoltaikindustrie werben, vor allem mit Blick auf die Billigkonkurrenz aus Asien.
Weiterhin sehr stabil zeigt sich das Geschäft mit Pharmaverpackungen. Sogar in der Wirtschaftskrise konnte SCHOTT mit seinen Ampullen, Fläschchen, Spritzen und Karpulen einen Umsatzzuwachs verzeichnen, der unter anderem aus der Übernahme von zwei Pharmaverpackungsunternehmen in Argentinien resultiert. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für die Errichtung einer Produktion für Ampullen und Fläschchen in Russland. Damit will SCHOTT in diesem Wachstumsmarkt seine führende Stellung bei qualitativ hochwertigen Produkten weiter ausbauen.
In den beiden Geschäftsfeldern veredelte Flachgläser für Hausgeräte und Gläser für optische Anwendungen sei "noch Luft nach oben", bemerkte Dr. Ungeheuer. Er zeigte sich jedoch auch hier optimistisch, dass diese Aktivitäten bis zum Geschäftsjahresende im September 2010 ein deutliches Umsatzplus vermelden können.
Um seine Position als einer der führenden Technologiekonzerne auf dem Gebiet der Spezialgläser und anderer High-Tech-Werkstoffe zu sichern, wird SCHOTT im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 wieder kräftig in Sachanlagen investieren. Die rund 150 Mio. Euro sind schwerpunktmäßig für die Bereiche Pharmaceutical Systems und Solar vorgesehen.
Im Geschäftsjahr 2008/2009 durch frühes Gegensteuern Auswirkungen der Wirtschaftskrise gedämpft
Die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise hatten im Geschäftsjahr 2008/2009 auch auf die Aktivitäten des SCHOTT Konzerns einen wesentlichen Einfluss. Dabei standen starke Auftragsrückgänge der Kunden aus der Automobil-, Elektronik- und Halbleiterindustrie sowie ein hoher Wettbewerbsdruck bei Photovoltaik, einem stabilen Geschäft bei Pharmaverpackungen und bei Receivern für solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerke gegenüber. Vor allem ein sehr frühes strategisches Gegensteuern und das besondere Engagement der Mitarbeiter konnten die Krisenauswirkungen dämpfen. "Kurzarbeit, Kostenreduzierung und der freiwillige Verzicht auf Prämien durch die Mitarbeiter auf allen Ebenen waren wichtige Hebel zur Schadensbegrenzung", hob Dr. Ungeheuer auf der Bilanzpressekonferenz hervor.
Im Geschäftsjahr 2008/2009 wurden aber dennoch Chancen zur Expansion genutzt. So hat SCHOTT einen der weltweit führenden Hersteller von Bauteilen für Elektronikgehäuse in den USA und zwei Pharmaverpackungsunternehmen in Argentinien erworben sowie die Anteile am Photovoltaikunternehmen WACKER SCHOTT Solar vollständig übernommen. Darüber hinaus wurden neue Fertigungen aufgebaut und in Betrieb genommen. Dazu gehören in den USA eine neue Produktion für abfüllbare Spritzen sowie der Start eines neuen Werkes für Solarreceiver und Photovoltaikmodule, in Mexiko ein neuer Betrieb für faseroptische Produkte und in Mainz eine neue Fertigung für Pharmarohr.
Die Umsatzerlöse des SCHOTT Konzerns stiegen im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 3% auf 2,261 Mrd. Euro (2007/2008: 2,200 Mrd. Euro). Dieser Zuwachs ist vor allem auf die erstmalige Einbeziehung der Moritex Corp., Tokio, in den Konzernabschluss und auf den Mehrumsatz bei Solar zurückzuführen. Wichtigste Region bleibt Europa mit einem Umsatzanteil von 58% vor Asien (19%) und Nordamerika (18%). Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) belief sich aufgrund starker Auftragsrückgänge wichtiger Kundengruppen und außergewöhnlicher Restrukturierungsaufwendungen auf minus 22 Mio. Euro. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 216 Mio. Euro. Schwerpunkt war der Aufbau von Solarfertigungen in den USA und Deutschland. Die Mitarbeiterzahl im Konzern blieb zum Bilanzstichtag 30.9.2009 mit 17.400 stabil.
Quelle: Pressemeldung SCHOTT Solar AG
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