PV-Anlagen für Gewerbe: Wie Unternehmen durch Eigenstromnutzung ihre Fixkosten radikal senken

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Steigende Energiepreise, volatile Märkte sowie wachsende Netzkosten haben zuletzt signifikant dazu beigetragen, dass Strom eine immer wichtigere strategische Rolle für viele Unternehmen einnimmt. Umso mehr fokussieren sich zahlreiche Unternehmen genau aus diesen Gründen auf die Erschließung neuer Optionen, um möglichst günstigen und zudem nachhaltigen Strom zu produzieren. Photovoltaik ist ein Stichwort, das dabei immer häufiger genannt wird, um die Kostensteuerung zu optimieren. Wer tagsüber produziert, kühlt, lädt oder Rechenleistung bereitstellt, kann Solarstrom direkt im eigenen Betrieb nutzen und damit einen Teil seiner Fixkosten planbarer machen. Dies ist vor allem deshalb so interessant, weil der Strompreis bei Neuanschlüssen im Gewerbe laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mittlerweile auf 16 Cent pro Kilowattstunde gestiegen ist.

Warum Eigenstromnutzung für Unternehmen so attraktiv ist

Für Unternehmen geht es hierbei in erster Linie jedoch nicht um die maximale Jahresproduktion, die eine PV-Anlage zustande bringt. Vielmehr liegt der Fokus auf dem Anteil des Stroms, der genau dann anfällt, wenn auch der Verbrauch im Betrieb steigt. So gilt es zu bedenken, dass jede verbrauchte und selbst produzierte Kilowattstunde nicht zum aktuellen Marktpreis eingekauft werden muss. Dies macht die Eigenstromnutzung vornehmlich für jene Unternehmen attraktiv, die einen konstanten Tagesverbrauch aufweisen – etwa Logistik, Produktion, Kühlung, Werkstattbetrieb oder Lebensmittelverarbeitung.

Hinzu kommt, dass Unternehmen in Deutschland grundsätzlich massiv zum Stromverbrauch beitragen. Aktuellen Statistiken zufolge entfällt mehr als ein Viertel der verbrauchten Energiemenge hierzulande auf die Industrie. Besonders in energieintensiven Branchen wirkt sich dabei jede Senkung des Stromeinkaufs maßgeblich auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Wer hier einen Teil oder gar einen Großteil des Bedarfs durch PV-Anlagen sowie zusätzliche Industriespeicher deckt, reduziert nicht nur Kosten, sondern auch die Abhängigkeit vom Markt.

Stromkosten bleiben auch weiterhin ein Wettbewerbsfaktor

Wie wichtig innovative Ansätze und nachhaltige Energiewirtschaft sind, zeigt sich auch angesichts jüngster Entwicklungen. So hat die EU erst kürzlich über die neuen Belastungen an den Energiemärkten beraten und plant daher, künftig für Entlastungen zu sorgen. Parallel dazu wird in Deutschland weiterhin über den Netzausbau sowie die Systemkosten der Energiewende debattiert. Und genau hier müssen Unternehmen handeln. Denn selbst kurzzeitige Senkungen der Börsenpreise können den Einfluss von Netzentgelten sowie Abgaben als zentrale Kostenfaktoren nicht beiseitewischen. So gesehen zeigt sich erneut, weshalb PV-Anlagen kaum noch aus der Energiewirtschaft moderner Unternehmen wegzudenken sind. In der Praxis geht es dabei nicht primär um die Ersparnis durch die Einspeisung des Eigenstroms, sondern vielmehr um die Vermeidung des Stromeinkaufs – vor allem in volatilen Zeiten wie den letzten Jahren.

Allerdings können Unternehmen mitunter auch von regionalen Förderungen profitieren, wie ein aktuelles Beispiel aus Hannover zeigt. So plant die Stadt, den Ausbau von PV-Anlagen auf Nichtwohngebäuden zu fördern. Mitunter kann ein etwaiges Vorgehen eine maßgebliche Unterstützung für Unternehmen sein, letzte Zweifel auszuräumen und die Eigenstromnutzung voranzutreiben.

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